31
MAI
2015
AVID INGENIUM: fantastischer Test des lite-magazin.de

"Vor lauter Neugierde habe ich dann wahllos die erstbeste Platte aufgelegt, die mir in die Hände fiel und war erstmal baff. ‚Crossroads Guitar Festival 2013’ habe ich in den letzten Wochen öfter gehört, als ich zählen könnte, doch die Performance des kleinen Ingenium hat mich jetzt doch regelrecht umgehauen. Er entwickelt einen derart knackigen und straffen Bass, wie ich es von einem Plattenspieler mit vergleichsweise leichtem Holzteller nicht erwartet hätte. Und das obwohl es heißt, der Pro-Ject würde mit dem DL103 nicht harmonieren. Stimmt nicht, kann ich ihnen sagen!


Dann diese Räumlichkeit. Sänger und Instrumente stehen wie festgenagelt an ihrem Platz und zwar scharf umrissen und stimmig, als hätten sie nie etwas anderes getan. Bis jetzt bin ich echt beeindruckt. Also gleich die nächste Platte aufgelegt: Einen Klassiker, die zweite Dire Straits, letztes Stück ‚Follow Me Home’, mit den brandenden Wellen zu Beginn. Es it mir fast etwas peinlich, das zuzugeben; aber zum ersten Mal habe ich so richtig gehört, wie die Wellen von rechts nach links durch den Hörraum schwappen. Das hatte ich sonst nie so wahrgenommen. Was tun also? Nächste Platte auflegen natürlich. Diesmal mit Frauenstimme. Eine kleine Herausforderung für jeden Plattenspieler. Katie Meluas ‚Cannes Heat’-Cover ‚On The Road Again’. Einen der wenigen Songs, die ich eigentlich mit jedem Gerät einmal höre. Die Tendenz bleibt bestehen, ein voller und runder Klang und wieder diese beeindruckende Räumlichkeit. Zum ersten Mal fällt mir aber auch eine Kleinigkeit auf, die ich schon besser gehört habe, die Auflösung der hohen Stimme nämlich, da geht mehr. Ob das am taufrischen Tonabnehmer oder am Plattenspieler lag, vermag ich allerdings nicht zu sagen.

 

Wie auch immer, spielfertig kostet die Kombi unter 2.000 Euro und dafür ist das Gebotene immer noch ganz großes Kino! Und, das ist neu, ich habe nach dem einen Stück nicht Schluss gemacht, sondern anschließend die ganze Platte durchgehört, so viel Freude macht der quirlige kleine Ingenium. Mindestens genau so beeindruckt haben mich, ein Mal mehr, die ‚American Recordings’ von Johnny Cash. Erstaunlicherweise gefiel mir die Wiedergabe der im Laufe der Aufnahmen immer brüchiger werdenden Stimme dabei nämlich ausgezeichnet gut. Aber Mister Cash sang halt auch einige Oktaven tiefer als Fräulein Melua. Vielleicht macht das hier schon den Unterschied. Ich könnte jetzt ewig noch so weiter schreiben, denn ich habe wirklich selten so viel Freude an einem Testgerät gehabt wie an dem AVID Ingenium und daher auch besonders viel gehört – aber ich möchte Sie, liebe Leser, nicht langweilen. Stattdessen möchte ich Ihnen ans Herz legen, sich den AVID-Einsteiger einmal selbst ‚live’ anzuhören.

 

Fazit

Was passiert, wenn die Leidenschaft an feinem Maschinenbau und höchste Anforderung an den Klang aufeinander trifft? Dann entsteht ein Plattenspieler wie der AVID Ingenium. Mit pfiffigen Detaillösungen, einem durchdachten Gesamtkonzept, einwandfreier Fertigungsqualität und hervorragendem Klang. Um es kurz zu machen: Ich behaupte, für den aufgerufenen Preis des kleinen AVID Ingenium ist es mindestens fast unmöglich, etwas Besseres zu bekommen!"

 

Bewertung

Klang: 95 %
Praxis: 95 %
Ausstattung: 95 %

 

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

 

 

Lesen Sie hier den gesamten Test

 

Download des Tests als PDF-Datei