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MÄR
2017
AVID Reference Four: Supertest bei "hifi & records"

Das High End Magazin hifi & records testete in seiner Ausgabe 2/2017 den kleinsten der vier neuen AVID HiFi Lautsprecher namens Reference Four. Chefredakteur Olaf Sturm war von den mit Standfüßen im Paar 18.000 € teuren Schallwandlern mehr als angetan:

 

"Es braucht etwas Zeit, bis ich mich an das schwarze, energetische und druckvolle Bassfundament gewöhne. Hier sind in den ersten Stunden die in meinem Kopf von Augen und Ohren einlaufenden Reize einfach nicht deckungsgleich. Ich höre einen ausgewachsenen Standlautsprecher und sehe eine Kompaktbox. ‚No Subwoofer’, die Reference Four setzt hier einen echten Maßstab. Dass sie beim Vergleichshören mit dem DA2 eine so gute Figur gemacht hat, erklärt sich jetzt, beim Hören von abwechslungsreicher Musik von unterschiedlichen Quellen. Es gibt kaum eine Spur von Eigenklang, die AVID führt aus, was der Künstler vorgibt. So schafft sie es etwa, die gefühlvollen Klavierakkorde von ‚Feel Good’, einem von Blanket Jones geschriebenen und vom Pianisten Marcus Loeber gespielten Stück, vom Moment des Hammerauftreffens auf den Saiten bis zum letzten Wahrnehmen des Ausschwingens wiederzugeben. Dabei gerät ihr gar nichts durcheinander und sie bildet eine Raumgröße ab, die mit ihrer eigenen nichts zu tun hat. Das ist Musik in vollkommener Synthese mit Klangqualität – was für ein großartiger Moment.

 

Ein ganz anderes Gesicht zeigt die AVID mit ‚Morph The Cat’ von Donald Fagen, mit Druck und Tiefe pumpt sie vor allem den E-Bass in den Raum. Besonders beim Refrain fällt die Sauberkeit des Klangbildes auf, was mit Sicherheit auf die Schwingungsarmut des Gehäuses zurückzuführen ist. Denn bei anderen Schallwandlern wird es in dieser Sequenz oftmals leicht unübersichtlich, Singstimmen, Bläser, Bass, Gitarre und Schlagzeug vermischen sich dann zu einem schmierig wirkenden Ganzen. Dank der schmalen Schallwand der Reference Four gelingt natürlich auch die Abbildung im Hörraum hervorragend.

 

Damit wird mir der Boden für die ‚Manfred Symphonie’ von Tschaikowsky geebnet, denn wenn die AVID auf diesem Niveau verweilt, wird es ein Genuss. Spätestens beim Beginn des zweiten Satzes ‚Vivace Con Spirito’ steht fest, dass die Reference Four ein großartiger Lautsprecher für musikalischen Genuss ist. Beginnend mit dem feinen und schnellen Spiel der Flöten, den mit Körper versehenen Streichern bis hin zur realistischen Zeichnung des Raumes passt hier einfach alles mit schablonenhafter Präzision zusammen. Auffällig ist bei diesem Werk auch die Klarheit und Sauberkeit, mit der die AVID insbesondere die leisen Passagen abbildet.

 

Wahrscheinlich würden andere Lautsprecher an diesem Punkt ebenfalls noch merklich zulegen können, würde man dem Gehäuse mehr Aufmerksamkeit schenken, wie Conrad Mas das getan hat. Mich würde es nach dem intensiven Hören und auch Erleben dieser Schallwandler jedenfalls nicht wundern, wenn beim nächsten AVID-Workshop mit einer Reference Four nicht der Plattenspieler, sondern ein Pärchen dieser Lautsprecher den Eigentümer wechselt.

 

Fazit
Wenn Produkte mit Leidenschaft und unter Einsatz von Hirn und Herz entwickelt werden, kann dabei so etwas wie die AVID Reference Four herauskommen. Ein solcher Schallwandler, der sagenhaft gut klingt, keinerlei Probleme bei der Aufstellung macht und unmittelbar zeigt, welches qualitative Level sowohl unterschiedliche Quellen als auch Verstärker haben, ist dafür prädestiniert, fester Bestandteil eines meisterhaft musizierenden Ensembles zu werden."

 

Download des Tests als PDF-Datei