08
JUN
2017
AVID SEQUEL SP: AUDIO-Testurteil "Weltklasse"

In der AUDIO 7/2017 testete Redakteur Lothar Brandt eine Kombination aus dem Analoglaufwerk AVID Sequel SP, dem Tonarm SME 309 und verschiedenen Tonabnehmern. Sein Urteil zum Plattenspieler lautet kurz und bündig: 'Weltklasse!'.

 

"Zum Hörtest hatte der Autor eine Menge Einzelscheiben mitgebracht. Ob mit dem raubauzigen Bluesrocjk von Frijid Pink, den perfekten Popweisen von Carole King oder dem funkigen Jazz von Pustefix Dizzie Gillespie: Ganz schnell wurde hier klar, dass mit der AVID-SME-Nagaoka-Kombination ein Guter, nein, ein sehr Guter Platten spielte. Ob die teils über 30 Minuten langen Improvisationen um Drummer-Legende Elvin Jones oder die atmosphärischen Gitarren-Flüge von William Ackerman: Das hatte Biss, knackige Dynamik und klare Kontur.

 

Doch je mehr sich die Vorzüge dieses sperben Laufwerks – bis in höchste Lautstärken markant sauberer, strammer, schlackenfreier Bass sowie phänomenale stabile Abbildung – herauskristallisierten, je mehr die Begeisterung für die jede Dynamiknuance wahrende Qualität des Tonarms wuchs, desto mehr erwies sich das MP-150 als Nicht-ganz-so-stark-Stelle des Ensembles.

 

Der Einbau der – freilich auch bestens eingespielten – 1000 Euro-Referenz Benz Micro ACE H belohnte der Sequel schon mit mehr Samt und Seide. Reinhard Meys ‚Aus meinem Tagebuch’ gewann an Schmelz und Ausdruckskraft – und der Vergleich der neuen Universal-Ausgabe mit Meys frühen Intercord-LPs förderte die Unterschiede klar zu Tage.

 

Für eine Königsdisziplin – Darstellung eines klassischen Orchesters – montierte der Autor einen seiner Favoriten. Mit dem Clearaudio Stradivari (3200 Euro) explodierte das erwartete Feuerwerk im bei Tacet rückwärts geschnittenen Finale von Beethovens Siebter Sinfonie denn auch mit aller gebotenen Pracht. Welch eine Fülle von Details, welch eine Akkuratesse, welch eine Schönheit. Und in all den wirbelnden Streichern, Bläsern und Pauken wahrte der AVID vorbildlich die räumliche Ordnung. Anders als manch anderer Subchassis-Spieler gerierte er sich nicht als launische Diva, sondern zeigte sich als wahrer Diener der Musik.

 

Fazit
Das Test-Trio spielte hochklassig, keine Frage. Luft nach oben lässt für vertretbares Geld der Tonabnehmer. Da geht noch was, auch aufgrund der exzellenten Mitspieler. Der Tonarm SME 309  macht einen untadeligen Job, da noch einen draufzusetzen, wird teuer. Mich hat aber vor allem das Subchassis-Konzept des AVID Sequel SP überzeugt. Die clevere Konstruktion pendelt locker äußere Einflüsse aus. Fein schwebend hält dieses Top-Laufwerk den Klang wunderbar im Fluss. Weltklasse."

 

Download des Tests als PDF-Datei