15. Oktober 2026

Canor Verto D3: „Highlight“ für den Röhren-DAC im Test von i-fidelity.net

Das Online-Magazin i-fidelity.net testet im Oktober 2026 den brandneuen kombinierten D/A-Wandler und Vorverstärker Canor Verto D3 – und vergibt neben Bestnoten das Prädikat „Highlight“:

„Die ersten ernsthaften Hörvergleiche beginnen mit einer vertrauten Quelle. Der Marantz SA-KI Pearl liefert das digitale Signal, während der Verto D3 die Wandlung übernimmt. […] Schon die ersten Klavierakkorde von Steven Wilsons ‚Insurgentes‘ zeigen, dass der Canor besondere Qualitäten besitzt. Das Instrument steht ruhig und stabil im Raum, die einzelnen Anschläge entwickeln sich mit einer bemerkenswert feinen, beinahe taktilen Selbstverständlichkeit. Vor allem das Ausschwingen der Töne profitiert von der sorgfältigen Aufbereitung durch den slowakischen Wandler. Nichts wirkt überbetont, nichts wird künstlich verlängert. Dennoch bleibt die musikalische Information länger nachvollziehbar, weil auch feinste Veränderungen im Abklingverhalten hörbar werden.

Gegenüber dem integrierten D/A-Wandler des Marantz SA-KI Pearl gewinnt die Darstellung an Tiefe, die Hallanteile auf Wilsons Stimme erscheinen deutlicher, präziser und lassen sich besser vom eigentlichen Gesang unterscheiden. Das Ergebnis ist keineswegs eine analytische Zergliederung der Aufnahme, im Gegenteil hören wir nämlich einen äußerst harmonischen Fluss. In dieser Disziplin hatte bislang vor allem der erheblich teurere dCS Bartók einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dass sich der Verto D3 bei der Darstellung solcher Feinheiten auf einem bemerkenswert hohen Niveau bewegt, verdient höchste Anerkennung.

[…]

Dass diese Eigenschaften keineswegs auf die Wiedergabe klassischer HiFi-Quellen beschränkt bleiben, zeigt ein weiterer Versuch. Diesmal übernimmt ein Loewe-Fernseher die Rolle des Zuspielers. Die Verbindung über HDMI gelingt auf Anhieb, das TV-Gerät erkennt den Canor problemlos. Auf dem Programm steht Adele mit ‚Turning Tables‘, aufgenommen in der Londoner Royal Albert Hall. Bereits nach wenigen Takten wird deutlich, welchen Gewinn ein hochwertiger D/A-Wandler auch bei der Wiedergabe von Konzertfilmen ermöglichen kann: Die Stimme erhält eine beeindruckende Präsenz und Durchschlagskraft. Gleichzeitig bleiben ihre feinen dynamischen Abstufungen erhalten. Der Raum der Royal Albert Hall gewinnt an Größe und Nachvollziehbarkeit, während das tieffrequente Fundament mit einer Wucht erscheint, die der Darbietung zusätzliche Autorität verleiht. […]

Von diesen Fähigkeiten profitiert selbstverständlich nicht nur die Konzert- oder Blockbuster-Wiedergabe. Auch bei gewöhnlichen Fernsehsendungen werden Stimmen natürlicher und verständlicher dargestellt. Im direkten Vergleich können weder die im Test verwendete alternative D/A-Wandlung noch ein Denon-AV-Receiver bei der zweikanaligen Wiedergabe dieselbe Qualität erreichen.

Damit zeigt sich eine der wesentlichen Stärken des Verto D3: Dieser DAC schafft die Voraussetzungen für ein unmittelbares musikalisches Erlebnis. Seine Klarheit geht nicht zu Lasten der Geschlossenheit, seine Detailfreude nicht zu Lasten der Emotion. Gerade diese Balance macht ihn zu einem außergewöhnlich überzeugenden Musikvermittler.

Umgeschaltet auf den Vorverstärker-Betrieb zeigt sich, dass der Anschluss einer Stereo-Endstufe oder eines Aktivlautsprechers tatsächlich ausreicht, um mit Genuss Musik zu hören. Wir haben einen externen Vorverstärker nicht vermisst, was bedeutet, dass mit dem Verto D3 ein puristisches System geschaffen werden kann. So treibt er nun im variablen Pegelmodus zwei AVM-Monoblöcke direkt. Dynamische Sprünge und Intensität profitieren sogar von dieser Betriebsart. Dachten wir vor dem Test, dass es sich bei der Vorverstärker-Funktion um eine freundliche Zugabe handelt, stellen wir nunmehr fest, dass sie eine ernstzunehmende Alternative im Betrieb ist. Der Drehregler erweist sich beim Einstellen der Lautstärke feinfühliger als die Tasten auf der Fernbedienung. Auch die Wahrnehmung klanglicher Unterschiede durch die verschiedenen Filter gelingt bei dieser Betriebsart leichter, auch wenn klar gesagt werden muss, dass der Klangeindruck sich stets nur minimal verschiebt. Geeignet sind vor allem Solo-Einspielungen von Gitarre oder Klavier, weil die sich dezent ändernde Klangfarbe einfach dem Hörgeschmack angepasst werden kann.

Testergebnis
Der Canor Verto D3 gehört zu jener erfreulichen Kategorie von HiFi-Komponenten, deren Qualität sich keineswegs allein mit technischen Daten erklären lässt. Der slowakische DAC überzeugt mit seiner aufwendigen Dual-Mono-Architektur, einer leistungsfähigen Digitalverarbeitung und zahlreichen Anschlussmöglichkeiten. Selbst die variable Ausgangsstufe ist weit mehr als nur eine Komfortfunktion. Seine eigentliche Stärke offenbart sich jedoch beim Musikhören. Der Verto D3 verbindet bemerkenswerte Transparenz mit einer stabilen, weit ausgedehnten Raumabbildung und einer eindrucksvollen dynamischen Autorität. Vor allem gelingt es ihm, selbst vertrauten Aufnahmen noch neue Informationen zu entlocken. Der Canor Verto D3 ist ein Klangmagier, der aus digitalen Daten ein außergewöhnlich intensives Hörerlebnis zaubert.

Klangqualität: überragend
Ausstattung: sehr gut
Verarbeitung: sehr gut


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