23. Februar 2026

Canor Gaia C2: „Highlight“ im Test von i-fidelity.net

Im Online-Magazin i-fidelity.net erscheint im Februar 2026 ein Test des High End D/A-Wandlers mit integriertem Laufwerk Canor Gaia C2.Das Ergebnis: überragende und sehr gute Noten sowie das sehr selten vergebene Prädikat „Highlight“:

„Meine ersten Hörsessions habe ich mit dem integrierten CD-Laufwerk absolviert. Was sofort auffällt, ist der Bass. Er kommt tief, sauber strukturiert und mit einer Selbstverständlichkeit, die schnell Spaß macht, ohne aufgesetzt zu wirken. Dabei bleibt er jederzeit kontrolliert und wirkt nie aufgeblasen. Stimmen stehen ruhig im Raum, sehr natürlich, ohne künstliche Präsenz oder betonte Konturen. Die Bühne baut sich breit und stabil auf, so wie man es von gut gemachten Röhrenausgangsstufen kennt, mit klar definierten Ebenen nach hinten.

Markant ist die Offenheit des Klangbildes. Trotz der warmen Grundabstimmung wirkt der Gaia nicht geschlossen oder verhangen, sondern überraschend transparent. Details tauchen ganz selbstverständlich auf, ohne hervorgehoben zu werden. Nichts wird ausgestellt, nichts verschluckt. Das Klangbild insgesamt wirkt warm, geschlossen und lebendig, gleichzeitig aber luftig und durchlässig, ohne ins Weiche oder Unverbindliche abzurutschen. Standardmäßig ist der digitale Filter auf ‚Natural‘ eingestellt. Wer möchte, kann auf ‚Dynamic‘ wechseln, was dem Klang etwas mehr Zug und Direktheit verleiht.

[…]

Gehört habe ich unter anderem Supertramp mit ‚A Soapbox Opera‘ vom Album ‚Crisis? What Crisis?‘. […] Hier zeigt der Gaia, wie selbstverständlich er mit Raum umgehen kann. Die Musik steht nicht einfach zwischen den Lautsprechern, sondern spannt sich langsam nach hinten auf. Der Raum öffnet sich mit dem Einsatz der orchestralen Elemente hörbar, ohne dass sich die Bühne künstlich verbreitert anfühlt. Streicher und Bläser fügen sich organisch ein, nichts drängt nach vorne, nichts fällt aus dem Gesamtbild. Der Gaia lässt diesem Aufbau Zeit, er beschleunigt nichts. Der Bass trägt das Fundament ruhig mit, tief und stabil, eher als tragende Fläche denn als Effekt. Er ist jederzeit präsent, aber nie dominant, eher das, was alles zusammenhält.

Peter Gabriel mit ‚Down to Earth‘ stellt andere Anforderungen. Seine Stimme steht sehr klar im Mittelpunkt und lebt von feinen Nuancen. Der Gaia zeichnet diese markante Stimmfarbe sauber nach, ohne sie größer zu machen als sie ist. Sehr leise Passagen wechseln mit deutlich dynamischeren Momenten, teilweise abrupt. Der Gaia bleibt hier vollkommen gelassen. Auch wenn das Arrangement dichter wird, verliert er nicht die Übersicht. Die Stimme behält ihre Kontur, selbst wenn im Hintergrund viel passiert. […]

Zum Schluss musste noch etwas Basslastiges her. Vom Soundtrack zu ‚The Grand Budapest Hotel‘ von Alexandre Desplat ‚Canto At Gabelmeister’s Peak‘. Der Track baut sich langsam auf, Schicht für Schicht. Spannung entsteht weniger durch plötzliche Akzente, sondern durch stetige Steigerung.

Damit das funktioniert, muss der Bass absolut sauber arbeiten, sonst fällt das Ganze schnell auseinander. Genau hier fühlt sich der Gaia besonders wohl. Der Bass kommt trocken, tiefschwarz und sehr präzise. […] Der DAC zeigt hier sehr deutlich, wie gut er Struktur und Tiefe miteinander verbinden kann, ohne den musikalischen Fluss zu stören. Gerade im Tieftonbereich wird deutlich, wie konsequent der Gaia arbeitet. Der Bass wirkt nie wie ein Effekt oder wie etwas, das Aufmerksamkeit einfordert. Er ist einfach da, stabil, trocken und sehr kontrolliert. Dadurch entsteht diese Ruhe im Klangbild, die es erst möglich macht, dass sich Raum und Dynamik sauber entfalten können. Nichts wirkt aufgebläht, nichts nachgeschoben. Der Bass hält das Geschehen zusammen und sorgt dafür, dass selbst bei steigender Dichte alles nachvollziehbar bleibt.

Testergebnis
Der Canor Gaia C2 ist kein Gerät für Ungeduldige. Er verlangt Zeit – zum Aufwärmen wie auch zum Kennenlernen. Groß, schwer und in seiner Bedienung eher gelassen als hektisch, setzt er bewusst auf Ruhe statt auf Effekthascherei. Das integrierte Laufwerk ist funktional sauber eingebunden, steht jedoch nicht im Mittelpunkt des Konzepts.

Als DAC hingegen zeigt der Gaia C2 seine eigentliche Stärke: enorme Vielseitigkeit, gepaart mit einer bemerkenswert ausgewogenen Klangsignatur. Der Bass präsentiert sich strukturiert und präsent, Stimmen wirken glaubwürdig und körperhaft, die Bühne stabil, weit und offen. Kleine Eigenheiten bleiben nicht aus – doch sie sind weniger Schwäche als vielmehr Ausdruck eines eigenständigen Charakters. Wer sich darauf einlässt, gewinnt einen entspannten, langzeittauglichen und überragend musizierenden Spielpartner.

Klangqualität: überragend
Ausstattung: sehr gut
Verarbeitung: sehr gut“

 

Lesen Sie hier den gesamten Test Händlersuche