23. Januar 2026

Canor Virtus S1S: neue Referenz-Endstufe bei i-fidelity.net

Das Online-Magazin i-fidelity.net testet im Januar 2026 die kolossale Stereo-Endstufe Canor Virtus S1S, lobt das „ganz außergewöhnliche Hörerlebnis“ und kürt sie zur neuen Endstufen-Referenz:

„Selten trifft der Satz ‚Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen‘ so sehr zu, wie bei der S1S. Purer Frevel ist es, die Endstufe auszupacken, Kabel anschließen und sofort loshören. Kann man machen, schöpft aber das volle Potential bei Weitem nicht aus. So entscheiden wir uns nach einem Vergleich für den symmetrischen Betrieb, also den Anschluss per XLR-Leitung. Die Stromversorgung erfolgt statt per Beipackstrippe über das IsoTek EVO 3 Optimum, damit ist der akustische Flaschenhals beseitigt, Pauke ist dann Pauke und nicht Trommel, Orgelpfeife ist dann Orgelpfeife und nicht Blockflöte. Eine Aufgabe wartet noch: Canor hat dem Lieferumfang der S1S Spikes für die Aufstellung zugegeben. Das muss natürlich geprüft werden, also montieren, hören, demontieren wieder hören. Gibt es Unterschiede? Ja, nicht revolutionär, aber eben auch nicht Nichts.

Bei den angeschlossenen Lautsprechern haben wir im Wechsel die Epos ES-28N und die Magnepan 2.7i gehört. Um es vorweg zu nehmen, dass die Lautsprecher unterschiedliche Prinzipien zur Schallwandlung nutzen, konnte man selten so klar und gut voneinander unterscheiden. Schon die ersten Töne offenbaren, was für eine klangliche Liga hier spielt: Die Canor S1S agiert ultraschnell, mit einer impulsiven Klarheit, die Stimmen und Instrumente wie freigelegt erscheinen lässt. Dabei wirkt nichts gläsern oder analytisch – vielmehr zeigt sich ein hochgradig dynamisches Verhalten, das jeder musikalischen Bewegung Leben einhaucht. So schnell wie die Magnepan-Fläche ist, ist auch die Canor-Endstufe.

Dann der Wechsel auf die Epos. […] Die S1S entfaltet nun ihre volle Kraft, hebt die Musik auf ein neues Level. Beim Hören der gelungenen Aufnahme ‚Abbey Road Masters: Hope & Wonder Ensemble‘ zeigt sich, wie plastisch diese Endstufe die feinen Texturen von akustischen Instrumenten modelliert. Kürzlich stand in einer Leserzuschrift, dass sich ‚moderne Verstärker heute im Klang nicht mehr voneinander unterscheiden lassen‘. Aber ebensowenig wie alle Rotweine gleich schmecken, verhält es sich mit HiFi-Verstärkern und dieser Canor eignet sich hervorragend zur Demonstration. Denn – was die Vermutung beim Anblick nicht erwarten lässt – ist es bei dieser Aufnahme die Leichtfüßigkeit, die Geschwindigkeit mit dem er die Noten, die Töne, die Klänge, die Musik erschafft. Ein Vollverstärker aus gleichem Hause geht mit weniger Glanz, mit weniger Selbstverständlichkeit zur Sache. Und von der unteren Oktave haben wir noch gar nicht gesprochen.

Günstigere Amps können sich bei der Verstärkung mächtig ins Zeug legen, die Selbstverständlichkeit der Klangabbildung, die geradezu magisch wirkt, erreichen sie nicht. […] Die Qualität der S1S sorgt für ein intensiveres Erlebnis. Hier besteht Suchtpotenzial. […]

Selbst anspruchsvoll anzutreibende Lautsprecher wie die Magnepan 2.7i fühlen sich an der Canor-Endstufe hörbar wohl. Der ohnehin luftige Klangcharakter dieser Flächenstrahler gewinnt bei Einsatz des slowakischen Kraftwerks an Tempo und Kontur. […] Insbesondere die Mühelosigkeit, mit der das Geschehen entsteht, ist beeindruckend. […]

Und die finale Meisterprüfung mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 5, Jan Bartos und Petr Popelka, meistert die Canor ebenfalls mit entspannter Lässigkeit, so als ob es kein Kunststück sei, die konservierte Aufnahme wieder mit glaubhaftem Leben zu füllen. Denn da stehen die Bläser in der letzten Reihe, die Streicher kreieren in Summe einen äußerst eleganten Ton. Mit geschlossenen Augen wird die Illusion eines Konzerthauses in kurzer Zeit entstehen, und das unterscheidet Komponenten der höchsten Klasse: Sie können so realistisch musizieren, dass keine Wünsche mehr offen bleiben. So schwebt man nach gut fünfeinhalb Minuten, getragen von Beethovens Komposition, einfach davon – die filigranen Töne des Pianos und dann der sie umschlingende Orchesterkörper bis zu dem Punkt, an dem es marschierend mit allen Instrumenten weitergeht. Das erreicht die Sphären des Außergewöhnlichen.

Testergebnis
Der Endverstärker Canor S1S ist ein souveräner Leistungsträger, der Maßstäbe in puncto Klangqualität und Schubkraft setzt. Dieser monumentale Amp ermöglicht Kontrolle mit Emotion, Geschwindigkeit mit Substanz und Neutralität mit Energie. Wo andere Verstärker sich entweder durch analytische Präzision oder durch warme Klangfülle auszeichnen, gelingt es der S1S, diese scheinbar gegensätzlichen Qualitäten zu einer harmonischen Einheit zu verschmelzen. Das Resultat ist ein ganz außergewöhnliches Hörerlebnis. Bei fachgerechter Installation in die Kette steht langjährigem Hochvergnügen nichts mehr im Wege. Die Investition wird sich auf jeden Fall lohnen.

Klangqualität: überragend
Ausstattung: sehr gut
Verarbeitung: überragend“


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