12. Juni 2023

Kompaktlautsprecher Epos ES14 N: „ein Ausnahmetalent“ im Test von lowbeats.de

Das Online-Magazin lowbeats.de testet im Juni 2023 die neue Kompaktbox Epos ES14N und resümiert: „ein wunderbar kultiviert klingendes Lautsprechersystem in der 4.000-Euro-Klasse“:

„Ich hatte die Epos ES14N ja schon auf der HIGH END 2022 ausgiebig hören können und wusste in etwa, was auf mich zukam. Doch im großen LowBeats Hörraum, angeschlossen an die große Canor-Elektronik, beeindruckte sie mich nochmals mehr. Weil sie mit viel Platz um sich herum und mit einem klanglich so hochklassigen Verstärker im Kreuz auf höchst selbstverständliche Weise musizierte und zudem im Bass sehr viel fester und strukturierter zu Werke ging als noch im kleinen Hörraum am Rega Elicit.

Das Klangbild der Epos ES14N ist minimal dunkel abgestimmt und wirkt damit eher dezent und entspannt. Dennoch kommen Details wunderbar fein aufgelöst und plastisch dargestellt, aber es fehlt jeder Anflug von Schärfe – was Lautsprecher mit einer solch glaubhaften Abbildung gern als Nachteil mit sich bringen. Und überhaupt: Für all jene, die ihre Vorbehalte gegen Metallkalotten bislang nicht ablegen konnte, ist die Epos ES14N das perfekte Gegenmittel: So wenig nach ‚Metall‘ hat noch keine Metallkalotte im LowBeats Test geklungen.

Je länger ich mit der neuen Epos hörte, umso mehr zog sie mich in ihren Bann. Denn irgendwann wird deutlich, dass sie zwar wirklich ’schön‘ klingt, aber auch ungemein realistisch. Ein Beispiel: Mittlerweile hat sich ‚Boderland‘ von Anne Clarke zu einem festen Bestandteil meiner Hörtests etabliert. Das atmosphärisch dichte Zusammenspiel von Violine, Harfe und Anne Clarks sonorer Stimme mischten die Tonmeister von Stockfisch Records zu einem audiophilen Meisterwerk in Sachen Transparenz, Feindynamik und Körperhaftigkeit.

Ich saß also im Hörraum, ließ ‚Borderland‘ laufen und konnte es fast nicht glauben, mit welch intensiver Plastizität die Harfe im Raum stand. Und die Lautsprecher schienen rein gar nichts mit diesem Erlebnis zu tun zu haben, so mühelos löste sich das Klangbild von den Epos. Aber auch den Ton der angeschlagenen Harfensaite habe ich in dieser Preisklasse noch nicht so ‚echt‘ gehört. In Bezug auf natürliche Klangfarben dürfte dieser großen Kompaktbox so schnell keiner das Wasser reichen.

Das gilt sogar für unsere Kompaktboxen-Referenz. Die Dynaudio Heritage Special, ja selbst eine Verkörperung von hoher Natürlichkeit, konnte die Epos ES14N mit ihrer etwas größeren Lebendigkeit und der höheren Präzision in Bass und Grundton auf Abstand halten. Aber nicht lang: Die Epos zeigte noch ein bisschen mehr Schmelz, gab den Stimmlagen noch einen kleinen Schuss mehr Wärme mit auf den Weg und klang auch deshalb noch ein Stückweit ’schöner‘ und entspannter. Vor allem bei Freunden der klassischen Musik und gut gemachter Singersong-Writer-Aufnahmen sollte diese neue Epos auf dem Wunschzettel ganz oben stehen.

Fazit
Karl-Heinz Fink hat die Marke Epos wiederbelebt. Aber weder von der gradlinigen Optik noch vom impulsiv-direkten Klangcharakter der ikonischen 80er-Jahre-Konstruktionen ist irgendetwas übriggeblieben. Was kein Nachteil sein muss: Denn diese neue Epos ES14N ist mit großer Wahrscheinlichkeit einer, wenn nicht DER stimmigste Lautsprecher seiner Klasse und dürfte in Sachen Natürlichkeit so manch andere, vielfach teurere Box schlicht an die Wand spielen. Wer Wert auf authentische Klangfarben, plastische Klangbilder und eine sehr feine, niemals scharfe Wiedergabe legt, wird mit der Epos ES14N überreich beschenkt. Ein Ausnahmetalent, das gemessen am Gebotenen nicht teuer ist.

+ Wunderbar harmonisch-feiner, audiophiler Klang
+ Erstaunliche Bassfülle, tolle Tiefenstaffelung
+ Gute Verarbeitung
– Braucht freie Aufstellung, der Ständer ist fast schon Pflicht“

Lesen Sie hier den gesamten Test