15. Juni 2026

Canor Verto D4S und Virus I4S: Supertest der Verstärker-Wandler-Kombi bei Stereo

In der Juli-Ausgabe 2026 testet das Fachmagazin STEREO die neue Kombination von Vollverstärker und D/A-Wandler Canor Virtus I4S und Verto D4S – und das mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann:

„Nach überzeugendem Durchgang im Messlabor mit winzigen Verzerrungsanteilen und minimalem Restrauschen waren wir gespannt, ob das erste transistorisierte Duo aus dem Hause Canor die bisher mit den Testgeräten der Slowaken gemachten klanglichen Erfahrungen bestätigen würde.

Da gab es nicht viel Drumherum zu reden: Was die beiden Flachmänner sowohl jeweils solo als auch im Team zu bieten hatten, bereitete einfach nur Freude. Insbesondere die Leichtigkeit, mit der das Duo zwischen den unterschiedlichsten Anforderungen von federleicht dahinschwe-benden Klavieranschlägen einer Martha Argerich bis ordentlich in die Magengrube hauenden Kickbasstönen von Led Zeppelin bis Michael Jackson wechseln konnte, ließ uns gebannt der Darbietung folgen.

Zwar fehlte dem I4S im Vergleich zu muskulöseren Gegenspielern untenherum zuweilen ein kleines Quäntchen Druck, was man umgangssprachlich auch mit einem weniger fetten Bass beschreiben könnte. Zum Ausgleich dafür verschmierte nichts, waren Strukturen in den unteren Registern präzise durchhörbar, ohne dass es je dünn geklungen hätte. Stimmen von Lyn Stanley bis Joni Mitchell standen plastisch und in den richtigen Dimensionen im Raum, die S-Laute waren frei von jeglichen Zischeffekten und voller natürlicher Nuancen und Klangfarben.

Selbst der Preisbrecher Eversolo DAC-Z10 konnte sich nicht absetzen, mal hatte dieser, mal der D4S einen winzigen Vorteil, ohne dass man einen Sieger hätte küren können. Es war mehr vom Musikmaterial und persönlichem Geschmack abhängig als eine Qualitätsfrage. Allerdings hat der Canor die eindeutig bessere Anfassqualität.

Spielte das Gespann gemeinsam, stimmte die Feinabstimmung, und man musste nicht über dieses oder jenes Detail nachdenken, da die Performance dieses Teams die Aufmerksamkeit eindeutig in Richtung entspannten, aber nicht spannungsbefreiten Musikgenuss lenkte.

Statt Erbsen zählenderweise einzelnen Details aufzulauern, verstand sich diese Combo darauf, Musik im Zusammenhang zu präsentieren, mit der Fähigkeit, Tönen Zeit und Raum für Ein- und Ausschwinggeräusche zu geben. Tonal war das Geschehen dabei einen Hauch auf der schlanken Seite mit großzügiger Raumabbildung. Bei Einzelstimmen oder einem Chor entfaltete sich ein kribbelndes Erlebnis, sodass sich die Pforte zu selten gehörter Musik beinahe wie von selbst öffnete. Und ist das nicht eines der schönsten Erlebnisse, die ein HiFi-System dem Musikliebhaber bescheren kann – den Zugang zu bislang ignorierter Musik zu eröffnen?

Testergebnis Verto D4S
Messwerte: gut (1,7)
Ausstattung: gut (2,4)
Handhabung und Bedienung: sehr gut (1,3)
Praxisnote: 2,0
Klangbeschreibung: leichtfüßig-elegant, sanft, mit hoher Auflösung
Klangpunkte: 89/100

Testergebnis Virtus I4S
Messwerte: gut (1,8)
Ausstattung: gut (1,9)
Handhabung und Bedienung: gut (1,6)
Praxisnote: 1,8
Klangbeschreibung: schnell, tonal schlank, aber nicht hell, präzise auflösend
Klangpunkte: 79/100

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