10. Juli 2023

Epos ES14N: sensationeller Test beim lite-magazin.de

Das lite-magazin.de testet im Juli 2023 den Zweiwege-Lautsprecher Epos ES14N und resümiert: „Die ES14N ist das vielleicht Beste, was ein Regallautsprecher sein kann“:

„Die ES14N spielt geradlinig, aufgeräumt und gänzlich ohne Schnörkel. Dabei gefällt mir die antrittsschnelle Gangart vom ersten Moment an richtig gut. Das klingt jetzt schon super und ich habe die Lautsprecher noch gar nicht ausgerichtet. Aktuell stehen sie beiden parallel zueinander und ’strahlen‘ an mir vorbei. Hörabstand: 3,50 Meter. Also so, wie in vielen Hörsituationen im Wohnzimmer. Obwohl ich noch kein Feintuning vorgenommen habe, ist die Musik frisch und energiegeladen in der Ansprache. Der Sound tendiert leicht in Richtung Wärme. Auch das gefällt mir richtig gut. Davon abgesehen, spielen meine Testgäste grundneutral.

Was außerdem ganz wichtig ist: Ich erkenne keinerlei Anzeichen von Tristesse oder Überforderung. Trotzdem will ich es jetzt aber genau wissen und richte die beiden Zwei-Wegler auf Ihren Stativen leicht Richtung Referenzplatz. Der Unterschied ist sofort hörbar. Auch wenn es zuvor schon richtig gut geklungen hat, gehen die nun dargebotene Agilität und packende Dynamik sofort unter die Haut. […]

Das ziemlich gut kaschierte Volumen zahlt sich also voll aus. Und auch in den Höhen spielt die ES14N klar und präzise, mit einer hohen Durchzeichnung und Detailgenauigkeit. Es ist fast wie bei einem Puzzle. So, als nähme die Epos jede noch so kleine Einzelheit behutsam auf, um sie anschließend sorgsam an der exakt richtigen Stelle wieder auszulegen. Das alles ohne jeglichen Ansatz von Schönspielerei oder übertriebenem Eifer. Feine Nuancen und Obertöne sind dabei deutlich hörbar. Die Wiedergabe wirkt jederzeit lebendig und detailliert. Das macht einfach Spaß! Soviel Spaß, dass ich dem Lautstärkesteller beim anschließend gespielten ‚Higher Love‘ von Kygo einen kräftigen Rechtsdreh verpasse. Außer, dass es jetzt lauter wird, passiert nichts. Exakt so soll es sein. Statt jetzt auch Verzerrungen oder ein Grundrauschen zu erhöhen, wird nur die Musik lauter. Kein Wunder, denn beides ist auch unter niedrigeren Pegeln schlichtweg nicht zu hören.

[…]

Nochmal klarer und aufgeräumter wird es kurz darauf, als ich die Lautsprecher etwas weiter von der Rückwand wegziehe. Jetzt sind es etwa 40 Zentimeter und der Sound scheint irgendwie befreiter. Hat die Wand im Rücken den Klang zunächst noch leicht aufgedickt, ist dieser Effekt nun vollständig verschwunden. Was nun besser ist, ist sicher eine Frage des gehörten Musikgenres und des persönlichen Hörgeschmacks. Mir selbst gefällt es jetzt besser. Die Mitten sind nun vollständig in der Lage, die subtilen Nuancen der Musik und die feinen Details perfekt darzustellen. Der Bass bleibt kräftig und tief – aber eben ohne zu fett zu wirken. Die ES14N bietet nun eine solide und gut kontrollierte Basswiedergabe mit einem perfekt proportionierten Anteil von Tiefe und Körper. So werden auch tiefe Frequenzen eindrucksvoll wiedergegeben ohne dass der Bass unkontrolliert herum wummert.

[…]

Das Leistungspotenzial ist mir also bereits bekannt. Trotzdem muss sich die ES14N jetzt nochmal an so richtig hartem Futter beweisen. Jetzt sind Papa Roach mit ‚Getting Away With Murder‘ – standesgemäß unter nochmals erhöhtem Pegel – dran. Und auch das funktioniert richtig gut. Die stilistisch verzerrten Gitarren füllen den Raum, perfekt unterlegt von Schlagzeug und Bass. Dabei über allem schwebend die Stimme vom Jacoby Shaddix. Mein iPhone sagt, dass wir pegeltechnisch inzwischen bei 86 Dezibel sind – also sehr weit über Zimmerlautstärke. Es ist also so richtig laut und so richtig dreckig. Nix für Feingeister, aber eben so, wie es sein soll. Und das ist kein Einzelfall. ‚Shop Suey!‘ von System of a Down liefert die Bestätigung. Auch hier wird die Härte perfekt in den Hörraum übertragen. Als es immer wieder ganz unvermittelt zu gewollten Pausen im Song kommt, kann das Epos-Duo auch nochmal seine Schnelligkeit unter Beweis stellen.

Das gelingt ihm erwartungsgemäß in höchster Präzision. Die Wiedergabe stoppt abrupt, Bässe sind sofort weg – nur um Sekundenbruchteile später in vollem Umfang wieder in den Hörraum entlassen zu werden. Die Epos liefert jeden Schlag, den Drummer Shavarsh Obadjianin in seine Basstrommel kickt, ohne Gnade an uns weiter. Es ist heftig und imposant zugleich, wie die ES14N die harten Bassdrums mit voller Kraft reproduziert. Nicht nur für Rockfans ist das ein echter Hochgenuss, da die Epos bis zu überraschend hohen Pegeln auch grobdynamisch gewaltig austeilen kann. Das alles, ohne dabei selbst ins Schwitzen zu kommen. Das bedeutet, dass der Druck nicht auf Kosten der Klarheit geht. Das Gefüge der Band bleibt trotz der Vielzahl an Instrumenten und Effekten ort- und nachvollziehbar. Dazu kommen die enorme Schnelligkeit, Agilität und Substanz. All diese Attribute, machen aus dem bloßen Musikhören ein beeindruckendes Musik-Erlebnis. Ein Erlebnis, das einfach mitreißt.

Fazit
Da kann es keine zwei Meinungen geben: Die ES14N ist das vielleicht Beste, was ein Regallautsprecher sein kann. Sie spielt harmonisch, neutral und spannt eine Klangbühne auf, die man sich kaum besser wünschen könnte. Dazu addieren sich ein hochagiler Grundton, die erstaunlich tiefe und präzise Tiefbassabstimmung und die Flexibilität in der Aufstellung. Zur Klanggüte kommen die exklusive Verarbeitung und die hohe Materialqualität. Will man das Maximum aus diesem Lautsprecher herauskitzeln, empfiehlt sich der Zukauf der passenden Ständer und ein bisschen Zeitinvestition ins Feintuning. Anschließend wird man für viele Jahre ganz sicher kein Bedürfnis nach anderen Lautsprechern verspüren.

Pro
+ erstklassige räumliche Abbildung
+ hohe Grundtonagilität
+ sehr gute Bassabstimmung
+ erstaunliche Leistungsfähigkeit
+ hohe Flexibilität
+ hervorragende Verarbeitung
+ hohe Materialqualität
+ zeitlos-elegantes Design
+ vertieftes Anschlussfeld

Kontra
– Abdeckung nicht magnetisch

Bewertung
Klang: 100/100
Praxis: 100/100
Ausstattung: 100/100
Preis/Leistung: sehr gut“

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